Die Vorgeschichte

Vor dem Revolutionsjahr 1848 werden im Deutschen Bund durch Frühindustrialisierung und Bevölkerungswachstum tiefe Strukturveränderungen und in deren Folge Massenverelendung ausgelöst. Oppositionelle Bestrebungen, welche diese Zustände verbessern wollen, werden scharf unterdrückt. Trotzdem formieren sich kurz vor 1848 zwei Strömungen der organisierten Arbeiterbewegung: der Bund der Kommunisten unter Führung von Karl Marx und Friedrich Engels sowie die größere Arbeiterverbrüderung unter Leitung von Stephan Born. Die ersten Gewerkschaften entstehen. Die Revolution allerdings jedoch, und die organisierte Arbeiterbewegung wird in der Folge unterdrückt.

Während die Industrialisierung rasant an Fahrt gewinnt, liberalisiert sich auch das politische Klima in Preußen. Ferdinand Lasalle gründet 1863 in Leipzig den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein.

 

Ferdinand Lasalle

Dies ist die Geburtsstunde der SPD, der ältesten deutschen Partei. 1869 wird von August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei ins Leben gerufen.

August Bebel

 

Wilhelm Liebknecht

 

Beide Parteien vereinigen sich 1875 in Gotha zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. 1890 schließlich erhält die Partei ihren heutigen Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Bis dahin gilt es aber noch schwere Wege zu gehen. Die Gründung des Deutschen Reichs unter Bismarck führt zu einem Wirtschaftsboom. Gewerkschaftsbewegung und Arbeiterparteien müssen Unterdrückungs-maßnahmen hinnehmen. Bismarck bringt 1878 das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie", das Sozialistengesetz, durch. Mit wenigen Ausnahmen werden alle sozialistischen und freigewerkschaftlichen Bestrebungen verboten. Sozialdemokraten werden zu „vaterlandslosen Gesellen" erklärt.

Jedoch nimmt durch die wachsende Industrialisierung die Arbeiterschaft stark zu und unterstützt die sozialistische Partei. Auch deshalb wird das Sozialistengesetz nicht verlängert, und bei den Reichstagswahlen 1890 erreicht die SPD mit 19,7 Prozent der Stimmen den höchsten Wähleranteil. Die Partei nimmt starken Aufschwung, sie gewinnt bei den Wahlen ständig hinzu, steht 1912 bei 34,8 Prozent und stellt nun die stärkste Reichstags-fraktion.

 

 

Die Gründung des Ortsvereins Niederlamitz

Die Arbeiterbewegung, welche von Preußen und Sachsen ausgeht, erreicht auch bald Bayern und den Landkreis Wunsiedel. Die ersten sozial-demokratischen Ortsvereine entstehen, zuerst in Tröstau / Grötschenreuth (1898), etwas später auch in Wunsiedel, Marktleuthen und Oberröslau (1900).

In Niederlamitz (und in anderen Orten ebenfalls) sind es vorwiegend Steinarbeiter, welche sich in Gewerkschaften und Parteien organisieren. Bereits im Jahre 1905 gibt es hier eine Zahlstelle der Steinarbeiter-gewerkschaft, und so ist es nur folgerichtig, dass im Jahr 1906 diese Steinarbeiter auch einen Ortsverein Ihrer Partei, der SPD, gründen. (In Beitragslisten aus dem Jahre 1903 sind auch Niederlamitzer Namen enthalten. Möglicherweise gab es hier bereits einen Vorläufer des Ortsvereins, welcher aber im darauf folgenden Jahr nicht mehr erwähnt wird. Deshalb wird vom gesicherten Datum 1906 als Gründungsjahr ausgegangen). Namentlich bekannt werden die Gründungsmitglieder Wolfgang Stäudel, Anna und Wolf Jakob sowie ein Genosse Sommerer, Vorname leider unbekannt. Bemerkenswert ist dabei das Mitwirken einer Frau, lange bevor das Frauenwahlrecht in Deutschland erkämpft wurde.

Entwicklung des Ortsvereins

Leider mussten aus Sicherheitsgründen, bedingt durch das Verbot der Partei im Jahre 1933, alle Parteiunterlagen in Niederlamitz vernichtet werden, so dass über die Zeit vor 1933 und die darauf folgenden zwölf Jahre bis zum Ende des Terrorregimes nur Augenzeugenberichte vorliegen. Allen denen, welche sich hier zur Verfügung stellten, sei an dieser Stelle gedankt.

Die nächsten Namen in der Geschichte der Mitglieder in Niederlamitz sind Josef Veit und Johann Prell, welche 1909 der SPD beitreten. 1916, noch während des ersten Weltkrieges, stößt Josef Eck, der spätere Bürgermeister der Gemeinde Niederlamitz, zu den Genossen; drei Jahre später kommen Georg Stölzel und Karl Walther hinzu.

In dieser Zeit nach dem ersten Weltkrieg erfährt die Arbeiterbewegung in Niederlamitz große Unterstützung durch die Mithilfe und Förderung des damaligen Bürgermeisters Johann Schörner. Die Versammlungen finden im jetzt nicht mehr bestehenden Gasthof „Sonnenhof" der Familie Purucker in Dörflas statt. Der einsetzende Mitgliederzuwachs ist hauptsächlich dem Beitritt von Söhnen aus landwirtschaftlichen Betrieben zu verdanken, welche in der Steinindustrie arbeiten müssen, da nur einer den Hof erben kann.

Vor den zwanziger Jahren kommt es in Niederlamitz, wie auch anderswo in Deutschland, zu einer Spaltung der Partei. Es bildet sich die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei). Trotzdem bleibt der Verein bestehen, bis 1933 mit der Machtübernahme Hitlers alle Arbeiter-bewegungen verboten werden, das Eigentum derselben beschlagnahmt und alle Schriftstücke verbrannt werden. Zwölf Jahre dauert diese Zeit, und mit dem Ende des zweiten Weltkrieges erwacht auch der Geist der Sozial-demokratie wieder.

Im Mai 1946 findet die Neugründung des Ortsvereins statt. Die erste protokollierte Hauptversammlung wird am 3. Mai 1947 in der Bierwirtschaft Schörner, später Bierwirtschaft Jedro, abgehalten. Diese stellt bis zu ihrer Schließung im Jahr 1973 das Vereinslokal der Niederlamitzer SPD dar. Vorsitzender Karl Mühleis berichtet laut Protokoll über das Jahr 1946. Dabei betont er, dass aus den kleinsten Anfängen heraus neu aufgebaut werden müsse und manche Schwierigkeiten zu überwinden seien. Umso erfreulicher sei es, dass bereits wieder 40 Genossinnen und Genossen dem Ortsverein angehören.

1. Protokoll von 1947

 

Im Laufe der folgenden Jahre schwankt der Mitgliederstand immer zwischen 30 und 40 Personen. Der Höchststand der Mitglieder wird im Jahre 1982 mit der Anzahl von 49 erreicht. Danach nimmt die Zahl kontinuierlich ab. Todesfälle, welche durch Neueintritte nicht kompensiert werden können, und in letzter Zeit vermehrt Austritte durch Kritik an der Politik der Bundespartei, halbieren die Zahl der Mitglieder bis zum heutigen Tag. Eines aber darf vorausgesetzt werden: Ob mehr oder ob weniger Mitglieder, das Engagement des Ortsvereins für die eigentliche Klientel der SPD, für die Anliegen der Kleinen und der Schwächeren unter uns, wird immer erhalten bleiben.

 

Die Vorsitzenden und weitere Vorstandsmitglieder

Leider konnten wegen der fehlenden Unterlagen keine Parteistrukturen vor 1946 ermittelt werden. Seither waren folgende Vorsitzende und Stellvertreter im Amt:

- 1946 bis 1948: 1. Vorsitzender Karl Mühleis

2. Vorsitzender Reinhardt Sommerer

Schriftführer Gustav Welzel

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1948 bis 1950: 1. Vorsitzender Gustav Welzel

2. Vorsitzender Karl Mühleis

Schriftführer Adolf Christ

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1950: 1. Vorsitzender Karl Mühleis

Schriftführer Adolf Christ

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1951 bis 1952: 1. Vorsitzender Christian Bauer

2. Vorsitzender Christian Ritter

Schriftführer Adolf Christ

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1952 bis 1953: 1. Vorsitzender Christian Bauer

2. Vorsitzender Hermann Röll

Schriftführer Hans Gruber

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1953: 1. Vorsitzender Christian Bauer

2. Vorsitzender Anton Forster

Schriftführer Hans Gruber

Hauptkassier Heinrich Knöchel

 

- 1954 bis 1955: 1. Vorsitzender Hans Gruber

2. Vorsitzender Anton Forster

Schriftführer Anton Spitzl

Hauptkassier Oskar Heinze

 

- 1955 bis 1956: 1. Vorsitzender Hans Gruber

2. Vorsitzender Hans Schraml

Schriftführer Anton Spitzl

Hauptkassier Oskar Heinze

 

- 1957 bis 1958: 1. Vorsitzender Christian Ritter

2. Vorsitzender Heinrich Hess

Schriftführer Anton Spitzl

Hauptkassier Oskar Heinze

 

- 1959 bis 1960: 1. Vorsitzender Hans Stäudel

2. Vorsitzender Christian Ritter

Schriftführerin Erika Gruber

Hauptkassier Oskar Heinze

 

- 1960 bis 1961: 1. Vorsitzender Hans Stäudel

2. Vorsitzender Christian Ritter

Schriftführer Hans Gruber

Hauptkassiererin Erika Gruber

 

- 1961 bis 1963: 1. Vorsitzender Hans Stäudel

2. Vorsitzender Rudolf Schmidt

Schriftführerin Madeleine Keller

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1963 bis 1969: 1. Vorsitzender Hans Stäudel

2. Vorsitzender Rudolf Schmidt

Schriftführer Hermann Röll

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1970: 1. Vorsitzender Hans Stäudel

2. Vorsitzender Rudolf Schmidt

Schriftführer Georg Stölzel

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1971 bis 1972: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Hans Stäudel

Schriftführer Georg Stölzel

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1972 bis 1973: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Hans Stäudel

Schriftführer Rudolf Röll

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1973 bis 1974: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Erwin Haberl

Schriftführer Rudolf Röll

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1974 bis 1975: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Hans Stäudel

Schriftführer Rudolf Röll

Hauptkassier Erwin Walther

 

- 1975 bis 1976: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Hans Stäudel

Schriftführer Rudolf Röll

Hauptkassier Rudolf Röll

 

- 1976 bis 1978: 1. Vorsitzender Hans Hofmeister

2. Vorsitzender Hans Stäudel

Schriftführer Waldemar Zißler

Hauptkassier Rudolf Röll

 

- 1978 bis 1980: 1. Vorsitzender Rudolf Röll

2. Vorsitzender Siegfried Reinel

Schriftführer Waldemar Zißler

Hauptkassiererin Hella Foltz

 

- 1980 bis 1988: 1. Vorsitzender Rudolf Röll

2. Vorsitzender Siegfried Reinel

Schriftführer Jürgen Pichel

Hauptkassiererin Hella Foltz

 

- 1988 bis 2005: 1. Vorsitzender Rudolf Röll

2. Vorsitzender Wolfgang Stäudel

Schriftführer Jürgen Pichel

Hauptkassiererin Hella Foltz

 

- 2005 bis heute: 1. Vorsitzender Rudolf Röll

2. Vorsitzender Wolfgang Stäudel

Schriftführer Tanya Dannhorn

Hauptkassiererin Hella Foltz

 

Der Vorstand 2011

Im Jahr 2011 setzt sich der Vorstand des Ortsvereins Niederlamitz wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Rudolf Röll

2. Vorsitzender Wolfgang Stäudel

Schriftführerin Tanya Dannhorn

Hauptkassiererin Hella Foltz

Beisitzer: Karin Anger, Jürgen Ott, Werner Lang, Frederic Foltz

 

Wahlen

Die SPD stellte, wie oben erwähnt, bereits im Jahre 1912 die stärkste Reichstagsfraktion. Diese Stellung konnte bei den Wahlen 1919, 1920, 1924, 1928 und 1930 beibehalten und ausgebaut werden. Erst bei den Wahlen 1932 und 1933 musste sie der NSDAP den Vortritt lassen, bevor sie im Jahre 1933 durch die Nazis verboten wurde.

Wahlergebnisse der SPD in Niederlamitz, so wie sie in den Ortsvereins-Unterlagen zu finden sind, sind größtenteils leider erst nach dem zweiten Weltkrieg darstellbar. Lediglich aus 1907 und 1912 konnten Ergebnislisten gefunden werden. Im Jahr 1907 errang der sozialdemokratische Bewerber Hugel in Niederlamitz mit Dörflas 109 Stimmen, sein liberaler Gegen-kandidat Hagen erreichte nicht einmal die Hälfte von Hugels Stimmen; lediglich 53 Kreuzchen für ihn waren zu verzeichnen. 1912 stellte sich die Situation noch eindeutiger dar: 122 Stimmen für Hugel, 31 Stimmen für Brendel vom Bund der Landwirte, 9 Stimmen für den Liberalen Winsauer.

Ergebnisliste 1912

Die nächsten bekannten Ergebnisse stammen von den Landtagswahlen 1954 und 1958. Beide Male konnte die SPD in Niederlamitz die absolute Mehrheit verbuchen, 1954 mit 58,3 Prozent der Stimmen, 1958 mit 67,9 Prozent. Die anderen Parteien stellten sich bei dieser Wahl wie folgt dar: CSU 16,0 Prozent, Bayernpartei 4,8 Prozent, FDP 7,7 Prozent, BHE/GB 2,9 Prozent. Auch in den Folgejahren wurde die SPD stärkste Partei. Hier die Ergebnisse:

Bundestag 1961: 60 Prozent

Landtag 1962: 66 Prozent

Bundestag 1965: 57,4 Prozent

Landtag 1966: 62,3 Prozent

Bundestag 1969: 58,2 Prozent

Landtag 1970: 60,6 Prozent

Bundestag 1972: 60,9 Prozent

Landtag 1974: 58,9 Prozent

Bundestag 1976: 59,5 Prozent

Landtag 1978: 58 Prozent

Europawahl 1979: 58,8 Prozent (bestes Ergebnis im Landkreis)

Bundestag 1980: 51,2 Prozent

Landtag 1982: 50,5 Prozent

Bundestag 1983: 48,9 Prozent

Europawahl 1984: 52,7 Prozent

Landtag 1986: 47,7 Prozent

Bundestag 1987: 50,2 Prozent

Europawahl 1989: 42,7 Prozent (bei dieser Wahl erreichten die Republikaner mit 18,2 Prozent ihren höchsten jemals verzeichneten Stimmenanteil in Niederlamitz)

Landtag 1990: 43,9 Prozent

Bundestag 1990: 43,2 Prozent

Europawahl 1994: 43,5 Prozent

Landtag 1994: 47,1 Prozent

Bundestag 1994: 48 Prozent

Landtag 1998: 47,3 Prozent

Bundestag 1998: 53,7 Prozent

Europawahl 1999: 44,1 Prozent (eine historisch zu nennende Wahl: zum ersten Mal wurde die CSU stärkste Partei in Niederlamitz)

Bundestag 2002: 43,4 Prozent (hier wieder als stärkste Partei)

Landtag 2003: 37,4 Prozent (CSU: 45,7 Prozent)

Europawahl 2004: Ergebnis leider nicht bekannt

Bundestag 2005: 37,4 Prozent (CSU: 37,9 Prozent)

Landtag 2008: 31,4 Prozent (CSU: 34,3 Prozent)

Europawahl 2009: 24,4 Prozent (CSU: 44,5 Prozent)

Bundestag 2009: 28,5 Prozent (CSU: 34,8 Prozent)

 

Kommunale Vertretung

a) Gemeinde-, Stadtrat

Wann der erste Sozialdemokrat in das Niederlamitzer Gemeindeparlament gewählt wird, ist nicht bekannt. Als Gemeindevorsteher und Mitglieder des Gemeindeausschusses in der Zeit bis Ende des ersten Weltkrieges sind nur Landwirte vermerkt. Johann Schörner, Bierwirt und Schneidmüller aus Niederlamitzerhammer, Hs.-Nr. 6, seit 1974 Hammerweg 12, wird im Juni 1919 als erster Sozialdemokrat in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Während seiner Amtszeit, die bis Dezember 1924 währt, unterstützt er tatkräftig die SPD in Niederlamitz.

Nach dem 2. Weltkrieg, mit Wirkung vom 22. Mai 1945, wird der spätere Ortsvereinsvorsitzende Karl Mühleis, gemeinsam mit sechs weiteren Niederlamitzern, vom Landratsamt Wunsiedel in den ersten Nachkriegs-Gemeinderat berufen. Bei den ersten freien Gemeindewahlen nach dem Kriege am 27. Januar 1946 wird Karl Mühleis wiederum Gemeinderats-mitglied. Die zweite Gemeindewahl nach dem Krieg findet am 25 April 1948 statt. Von 10 Gemeinderatssitzen entfallen 4 Sitze auf die SPD, nämlich auf Josef Eck, Oberweichenwärter, Karl Mühleis, Steinschleifer, Josef Forster, Hilfsarbeiter und Johann Gruber, Steinmetz.

Bei den künftigen Gemeindewahlen kandidieren die SPD-Mitglieder nicht mehr unter dem Parteinamen, sondern es wird eine „Liste der geistig und körperlich Schaffenden" gegründet, bei der die Sozialdemokraten aufgestellt werden. Für diese Liste gelingt es auch im Jahre 1952 bei den dritten Gemeindewahlen dem Sozialdemokraten Josef Eck, zum ersten Bürger-meister gewählt zu werden. Er erhält 358 Stimmen. Sein Gegenkandidat, Fabrikdirektor Adolf Reul, muss sich mit 273 Stimmen geschlagen geben. Josef Eck wird bei den Wahlen 1956 ohne Gegenkandidat und 1960 mit dem Gegenkandidaten Friedrich Raithel in seinem Amt bestätigt. Leider muss er aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 1961 sein Amt abgeben; er stirbt kurz darauf im Jahr 1962.

Stimmzettel 1960

 

Auf der Liste der „Geistig und körperlich Schaffenden" werden folgende Gemeinderatsmitglieder aus den Reihen der Sozialdemokraten in den Gemeinderat gewählt:

1952: Karl Walther (ab 1953 Rudolf Schmidt), Max Welzel, Johann Reichel

1956: Johann Reichel, Rudolf Schmidt

1960: Rudolf Schmidt, Johann Reichel, Wilhelm Jedro. Rudolf Schmidt wird zum zweiten Bürgermeister gewählt. 1962 unterliegt er allerdings bei der Wahl zum ersten Bürgermeister seinem Gegenkandidaten Friedrich Raithel, bleibt aber Bürgermeister-Stellvertreter.

1966: Rudolf Schmidt, Johann Reichel. Rudolf Schmidt wird wieder zweiter Bürgermeister.

1967 rückt Hermann Röll in den Gemeinderat nach, nach seinem Tod 1969 wird Hans Stäudel sein Nachfolger.

1972 (letzte Gemeindewahl in der selbständigen Gemeinde Niederlamitz): Hans Stäudel, Rudolf Schmidt, Hans Hofmeister. Rudolf Schmidt wird als 2. Bürgermeister bestätigt.

1978 findet die erste Stadtratswahl nach der Gemeindegebietsreform statt. Auf der Liste der SPD wird Rudolf Röll, auf Seiten der CSU Heinrich Stöhr in den Stadtrat der Stadt Kirchenlamitz gewählt. Rudolf Röll gelingt es in den Jahren 1984, 1990, 1996, 2002 und 2008, wieder in den Stadtrat gewählt zu werden. Von 1996 bis 2002 ist er zweiter Bürgermeister der Stadt Kirchenlamitz. Wolfgang Stäudel, derzeitiger stellvertretender Ortsvereins-vorsitzender, gehört dem Stadtrat von 1993 bis 1996 an.

b) Kreistag

Was Josef Eck bei den Kreistagswahlen 1960 noch versagt bleibt – er wird mit 9 Stimmen Rückstand erster Ersatzmann der SPD-Kreistagsfraktion -, schafft Hermann Röll im Jahr 1966: Er wird als erster Niederlamitzer Sozialdemokrat in den Kreistag des Landkreises Wunsiedel gewählt. Diesen Posten behält er bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1969.

Sein Sohn Rudolf Röll rückt 1995 für den verstorbenen Röslauer Bürger-meister Max Hager in den Kreistag nach. Bei den Wahlen 1996 und 2002 wird er in diesem Amt bestätigt. Während dieser Zeit ist er Mitglied im Kreisausschuss und im Schulausschuss. Im Jahr 2008 gelingt es ihm nicht mehr, seinen Platz im Kreistag zu verteidigen.

 

Die Fahne

Fahnen gehören zur Tradition der Ortsvereine. Ob bereits in der Vorkriegs-zeit eine Fahne im Besitz des Ortsvereins war, kann nicht belegt werden; es deutet aber nichts darauf hin.

Ende der fünfziger Jahre kommt der Gedanke in Niederlamitz zur Anschaffung einer eigenen Fahne auf. Vom 23.8.1960 gibt es ein Angebot der Fahnenfabrik Koch, Coburg:

SPD-Fahne aus Baumwollstoff 120x130 cm: 70.- DM

Dito in Größe 130x150 cm: 90.- DM

alternativ

SPD-Fahne aus Fahnenseide 110x130 cm kpl. mit Zubehör: 590.- DM

Dito, jedoch eine Seite mit Treuhand-Emblem: 620.- DM

Nach Preis-Verhandlungen wird sich für den Erwerb der Fahne in folgender Ausführung entschieden:

Fahne Größe 110x130 cm, beiderseitig aus roter Fahnenseide, SPD-Abzeichen auf einer Seite in Goldbrokat appliziert und mit Goldfäden gekreuzt, Goldbrokat und Fäden in echter 5/0 Vergoldung; auf der anderen Seite Treuhand-Emblem, aufgehende Sonne und die Worte: Frieden, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit; Schrift auf beiden Seiten in goldgelber Plattenstichstickerei; Fahne mit Goldkordelfransen besetzt und an der Stabseite mit Ringen versehen.

Dazu kommen noch: Fahnenstange, Fahnenspitze, Überzug, Trageriemen, drei Schärpen und Trauerflor, Gesamtpreis: 900.- DM.

Im Rahmen eines Unterbezirkstreffens in Niederlamitz wird am 9. Juli 1961 die Fahnenweihe abgehalten. Fahnenpatin ist Edith Stäudel, die Patenschaft übernimmt der Ortsverein Thiersheim.

Auf diversen Bezirks- und Unterbezirkstreffen erhält die Fahne neue Fahnenbänder. Auf einem davon sind die Unterschriften der Ehrengäste, darunter von Willy Brandt, verewigt. Im Laufe der Jahre kommt so eine beachtliche Anzahl von Fahnenbändern dazu.

Fahnenweihe 1961

 

Jubiläen

Jubiläen müssen gefeiert werden. Im Jahr 1956 wird der Ortsverein Niederlamitz 50 Jahre alt. Aus Mangel an Gelegenheit für ein großes Fest wird nur eine kleine Feier im Vereinslokal Schörner im Kreise der Mitglieder abgehalten. Umso größer ist dann das Fest 5 Jahre später: Aus Anlass des 55-jährigen Gründungsjubiläums wird in Niederlamitz am 9. Juli 1961 ein Unterbezirkstreffen abgehalten. Am Festzug beteiligen sich neben den örtlichen Vereinen auch 13 auswärtige SPD-Ortsvereine. Insgesamt ca. 2000 Gäste kann der Veranstalter verzeichnen. Im Festzelt auf dem Turnplatz des Turnvereins Niederlamitz hält Bundestagsabgeordneter Herbert Hauffe aus Bayreuth die Festrede. Am Vormittag des Festtages findet die Weihe der neuen Fahne des Ortsvereins statt. Nach der Überreichung der Erinnerungs-bänder an die Gastvereine spielt die verstärkte Stadtkapelle Kirchenlamitz im Zelt noch Stimmungsmusik.

Festzug 1961

 

1966, zum sechzigjährigen Geburtstag, verläuft alles in etwas kleineren Bahnen. Landtagsabgeordneter Ewald Drechsel hält in der Turnhalle die Festrede. Bemerkenswert ist, dass er, wie der damaligen Zeitung zu entnehmen ist, viel Beifall für zwei lustige Beiträge von Ludwig Thoma erhält.

10 Jahre später, am 15. Mai 1976, wird im Saal der Gaststätte Wustung die Feier zum 70-jährigen Bestehen des Ortsvereins abgehalten. Landrat Christoph Schiller hält die Festrede und nimmt die Ehrungen vor. Georg Stölzel und Josef Forster werden beide für über 50-jähriges Engagement in der SPD geehrt. Als Gäste werden die Nachbar-Ortsvereine Kirchenlamitz und Martinlamitz sowie der Patenverein Thiersheim begrüßt.

Das 75-jährige Bestehen 1981 wird wieder größer aufgezogen. Auf dem Schulhof an der Schulstraße wird von den Helfern ein Zelt aufgebaut, in der Hoffnung, es nicht zu benötigen. Leider tritt das Gegenteil ein: während des ganzen Wochenendes herrscht Regenwetter. Trotzdem kann man viele Besucher verzeichnen. Am Festabend am Samstag, dem 8. August, hält Bundestagsabgeordneter Hans Büchler aus Hof die Festrede. Insgesamt 17 Grußworte von Gästen bringen den stolzen Betrag von 1085.- DM in die Kasse. Am Sonntag-Nachmittag steht hoher Besuch an: Staatssekretär Heinz Kreutzmann aus dem Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen gratuliert dem Ortsverein zum Jubiläum.

Staatssekretär Kreutzmann

 

Wiederum fünf Jahre später: der 80. Geburtstag wird gefeiert. Wiederum wird auf dem Schulhof ein Zelt aufgebaut und werden Gäste eingeladen. Die Festrede am Samstag, dem 12. August, hält, wie bereits 10 Jahre zuvor beim 70-jährigen Jubiläum, Landrat Christoph Schiller. Das Protokoll und die persönlichen Aufzeichnungen verraten nichts über die Anzahl der Grußworte, aber 80 Jahre scheinen nicht so zugkräftig wie 75 Jahre zu sein, denn es kommen „nur" noch 560.- DM ein.

26. Oktober 1991, 85 Jahre SPD Niederlamitz – das bisher letzte Jubiläum. Es wird im Saal der Gaststätte Wustung abgehalten, und um auch hier Kontinuität zu halten, ist wieder Bundestagsabgeordneter Hans Büchler der Festredner.

90 und 95 Jahre (eigentlich auch keine Jubiläen) werden nicht begangen. Am 28. Oktober 2006 findet die Feier des einhundertsten Geburtstags im Saal der Gaststätte Wustung statt – auf Dörflaser Gebiet, welches mit der Gründung und der Entwicklung des Ortsvereins eng verbunden ist. Festredner ist der beste Kenner der Sozialdemokratie im Landkreis, Landrat Dr. Peter Seißer. Es werden Tanya Dannhorn für 10 Jahre, Regina Röll für 20 Jahre, Else Bär für 25 Jahre, Hella Foltz, Wolfgang Stäudel und Frederic Foltz für 30 Jahre sowie Karl Heister für 50 Jahre Treue zur SPD geehrt.

 

Fahrten

Kürzere Fahrten werden vom Ortsverein des öfteren durchgeführt – meistens zu Kreis- und Unterbezirkstreffen, wo auch immer die Fahne im Festzug mitgeführt wird. Aber auch Frankentreffen werden besucht, z.B. in Nürnberg mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Frankentreffen 1976

 

So richtig los mit den größeren Mehrtagesfahrten, welche auch von Nichtmitgliedern in Anspruch genommen werden, geht es im Jahre 1978. Über die Pfingstfeiertage wird für zwei Tage der SPD-Ortsverein Schwarzach im Bayerischen Wald besucht, ein kleines Häuflein Sozialdemokraten in einer ansonsten von der CSU beherrschten Gegend. Es wird ein Gegen-besuch vereinbart, der aber nie zustande kommt.

Die Fahrt im nächsten Jahr geht schon etwas weiter und ist mit drei Tagen schon etwas länger: diesmal ist Kufstein, oder besser gesagt, Thierse oberhalb der Tiroler Stadt, das Ziel. Das Zillertal wird besucht, und auf der Heimfahrt geht es noch auf den Wendelstein.

1980 sind es schon vier Tage, welche die Niederlamitzer SPD unterwegs ist. Als Zielort wird Lienz in Osttirol gewählt. Von dort aus wird Cortina d’Ampezzo angefahren – leider wird die Stadt in Italien im Regen vorge-funden, und da auch nicht gerade Hochsaison ist, sind auch die Möglich-keiten zum Mittagessen nicht berauschend. Herbert Dittmar hat in Anbetracht des schönen Wetters in Lienz die kurzen Hosen angezogen, so hat die ganze Gesellschaft bei ca. 10 Grad und Regen zumindest die Schadenfreude. Der Misurinasee ist auch noch zugefroren, so geht ein schöner Vorsommertag zu Ende. Am nächsten Tag wird bei nun Sonnen-schein der Millstätter See besucht. Als dann am Abend auch noch ein paar Handvoll unterwegs gefundener Maikäfer im Hotel für Stimmung sorgen, ist die ganze Fahrt gerettet.

Der Höhepunkt, zumindest was die Länge der Fahrten angeht, findet im nächsten Jahr statt: fünf Tage nach Riva am Gardasee. Und mit der Umrundung des Sellastocks in den Dolomiten geht es auch am höchsten von allen Fahrten hinauf. In Venedig am nächsten Tag muss man feststellen, dass am Markusplatz nicht nur die meisten Besucher anzutreffen sind, sondern auch die teuersten Restaurants.

1982 ist wieder Österreich an der Reihe. Nauders am Reschenpass wird angefahren. Von dort bietet sich natürlich ein Ausflug ins zollfreie Gebiet Samnaun in der Schweiz an. Und zu aller Erstaunen stellt man hier fest, dass die Flasche Sechsämter tatsächlich weniger kostet als zu Hause. Mit Feststellung dieser Tatsache entfällt jegliches Kopfzerbrechen über mögliche Reisemitbringsel.

1983 soll in Deutschland geblieben werden. Als Reiseziel wird Kamp-Bornhofen an der Mosel bestimmt. Scheinbar ist dies nicht die richtige Entscheidung, denn mangels Beteiligung muss die Fahrt abgesagt werden. Als Ausgleich wird im Herbst eine Tagesfahrt nach Grandsberg im Bayerischen Wald unternommen, mit vollem Erfolg übrigens.

Weil man annimmt, dass der Ausfall im vorhergehenden Jahr auf das Reiseziel zurückzuführen war, wird 1984 wieder Österreich angeboten: Gaschurn im Silvrettagebiet ist für vier Tage Station. Die Hinreise wird zu einem Besuch der Insel Mainau unterbrochen. Außerdem stehen eine Vier-Seen-Rundfahrt in der Schweiz sowie eine Fahrt zur Bielerhöhe auf dem Programm.

1985: wieder Österreich, Niklasdorf bei Bruck a.d. Mur in Kärnten – Abwechslung soll ja sein. Höhepunkt dieser Fahrt ist der Besuch in einer Likörbrennerei mit Probetrinken – wie dies ausging, kann man sich ausmalen.

Da es im Vorjahr so schön war, geht es 1986 wieder nach Kärnten, an den Klopeiner See. Eine Drei-Seen-Rundfahrt steht auf dem Programm mit der Auffahrt auf den Pyramidenkogel über dem Wörthersee. Am nächsten Tag sollen die berühmten Adelsberger Grotten in Postojna in Jugoslawien besucht werden. Kurz nach dem Seeberger Sattel – bereits in Jugoslawien – streikt der Bus, und man ist gezwungen, in einem kleinen Dorfwirtshaus den Nachmittag zu verbringen. Man ist sich im Nachhinein einig, dass dies weitaus mehr zum Verständnis von Land und Leuten beigetragen hat, als es der Besuch der weltberühmten Grotten getan hätte.

1987 soll nach Podersdorf am Neusiedler See gefahren werden. Wegen Teilnehmermangel muss diese Fahrt abgesagt werden. Als kleiner Ausgleich dafür wird im Herbst eine Busfahrt in den Bayerischen Wald unternommen, welche für Mitglieder kostenlos ist.

Um nicht wieder absagen zu müssen, wird 1988 nur eine Ein-Tage-Fahrt an den Main angeboten. Diese wird gut angenommen.

Im nächsten Jahr dann wieder vier Tage: nach Kössen in Tirol, nicht zu weit und doch in Österreich. Der Besuch der Seißenbergklamm wird organisiert und das Zillertal wird besucht. Alle sind zufrieden.

1990: überhaupt keine Fahrt

1991: Es gelingt wieder, einen Bus halbwegs voll zu bekommen, obwohl das Geschäft immer schwieriger wird. 37 Personen fahren für vier Tage nach Tarrenz in Tirol. Das Kaunertal und das Kühtai werden besucht.

1992 fahren 32 Erwachsene und sechs Kinder nach Filzmoos am Dachstein, verbunden mit einer Besichtigung Hallstatts. Damit dies zustande kommt, ist der Ortsverein bereit, einen Zuschuss aus der Kasse zu leisten. Man ist sich aber einig, dass dies nicht die Regel sein kann.

Dies ist im nächsten Jahr auch nicht nötig, denn bei der Vier-Tage-Fahrt nach Vals in Südtirol ist der Bus mit 50 Personen voll besetzt. Eine Dolomitenrundfahrt steht auf dem Programm, und am nächsten Tag kann bei einem Besuch einer Weinkellerei am Kalterer See der gute Tropfen dieser Gegend versucht werden.

Etwas ganz Besonderes hat man sich für 1994 vorgenommen: vier Tage nach Budapest. Und was niemand angenommen hat, trifft ein: der Bus wird voll. Von der Stadt sind alle Teilnehmer begeistert, und auch die Lagerfeuer-romantik in der Puszta mit Abendessen und –trinken kommt gut an. Ein Teilnehmer bemerkt hinterher, dass dies die schönste Fahrt bisher war, jedoch etwas weit. Er muss sich allerdings belehren lassen, dass die Fahrt eben etwas länger dauert, wenn man nach Ungarn will.

Trotzdem ist man bereit, diesen Rat zu beherzigen und im nächsten Jahr wieder etwas Näheres zu planen. Dies ist Colmar im Elsass. Leider ist das Ziel nicht so zugkräftig, dass die Fahrt zustande kommt. Und auch eine geplante Tagesfahrt im Herbst nach Saalfeld fällt mangels Teilnehmer aus.

1996 ist Kommunalwahljahr. Deswegen und auch weil befürchtet wird, dass wieder nichts zustande kommt, wird überhaupt kein Versuch unternommen, eine Fahrt zu unternehmen.

Möglicherweise hat diese Unterbrechung der Sache gut getan, denn 1997 ist bei der Fahrt nach Mörbisch am Neusiedler See der Bus voll. Und mit dem angebotenen Programm (Römersteinbruch, Boots- und Kutschenfahrt, Weinprobe) sind alle Teilnehmer sehr zufrieden.

Und das war es dann. Zwar wird 1998 noch einmal Gaschurn im Montafon angeboten, aber nachdem diese Fahrt wegen Teilnehmermangel abgesagt werden muss, kommt zukünftig nichts mehr zustande.

 

Sonstige Aktivitäten

Alle Abgeordneten, sei es Bundestag oder Landtag, sind in Niederlamitz bei politischen Früh- oder Dämmerschoppen vertreten. Im Laufe der Jahre kommen so Franz Röll, Christoph Schiller, Hans Büchler, Petra Ernstberger, Ewald Drechsel, Otto Kahler, Kurt Gebhardt, Albrecht Schläger und immer wieder Landrat Dr. Peter Seißer in unser Dorf.


Regelmäßig werden Kommunalpolitische Informationen und Bürgergespräche mit der SPD-Stadtratsfraktionen abgehalten. Auch schriftliche Informationen in Form von Bürgerbriefen erscheinen in unregelmäßigen Abständen.


1979 wird gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Kirchenlamitz der Kommunalpolitische Arbeitskreis gebildet. Dessen Mitglieder beschäftigen sich bis zu seiner Auflösung im Jahre 1990 mit kommunalen Themen und bringen einiges auf den Weg. So ist der öffentliche Jugendraum im Rosenhof ein Kind des Arbeitskreises, und auch die Ferienaktion wird durch dessen Mitglieder ins Leben gerufen. Herausgebracht wird, lange bevor sich andere Kreise damit befassen, eine Anleitung zur umweltbewussten Abfallbeseitigung. Befasst wird sich auch mit den Gefahren des Uranabbaus in Großschloppen.


1990 wird eine Freundschaft mit dem SPD-Ortsverein Mutzschen in Sachsen begonnen. Nach einem Besuch der Niederlamitzer Ausschussmitglieder dort und einem gescheiterten Gegenbesuch schläft dies leider wieder ein.


Seit 1963 befindet sich im Ortsteil Dorf an der Hauptstraße ein Schaukasten. Nachdem er arg in die Jahre gekommen ist und eine Reparatur nicht mehr möglich ist, wird 2005 beschlossen, ihn abzubauen und nur noch den Kasten an der Kornbergstraße zu belassen.


Gemeinsam mit dem CSU-Ortsverband wird zugunsten des Niederlamitzer Kindergartens Fußball gespielt. Einmal gegeneinander – Ergebnis 2:2 -, und einmal miteinander gegen den Stammtisch „Die Bärtschen“. Hier gewinnt die kombinierte Vertretung 3:2.


Fußballspiel 1978

 

Gegen den Ortsverein Kirchenlamitz wird im Schafkopfen angetreten. Die Nachbarn gewinnen den Preis, ein Fass Bier. Auch die Revanche missglückt. Danach ist man gescheiter und lässt die Anstrengung.


Wesentlich erfolgreicher ist man jedoch bei der Stadtmeisterschaft im Preisschafkopf, welche vom Stammtisch „Lamertzschnauz’n“ veranstaltet wird. Nachdem der Ortsverein mit seinen Mannschaften dreimal erfolgreich ist, geht der Pokal endgültig in den Besitz der SPD über.


Auf gesellschaftlicher Bühne werden Frühlingsfeste, Sommerfeste und Weinfeste veranstaltet, 1978 zur Kommunalwahl auch eine Disco. In jedem Jahr werden Wanderungen angeboten, bei denen selbstverständlich auch Nichtmitglieder willkommen sind.


Jährlich wird eine „Aktion saubere Landschaft“ durchgeführt. Hier werden die Ränder der aus Niederlamitz hinausführenden Straßen von Unrat befreit.

Ausblick

Mehr als 100 Jahre SPD in Niederlamitz bedeuten auch über 100 Jahre Einsatz für die Rechte der Schwächeren, bedeuten Eintreten für alle diejenigen, welcher unserer Hilfe bedürfen. Wir sind dabei allerdings auch auf die Hilfe aller angewiesen. Und wir wissen, dass nur gemeinsam vieles machbar ist

Wir halten es mit Adolf Arndt, der einmal sagte: Das „ich bin" darf nicht über das „wir sind" triumphieren. Denn dieses „wir sind" ist für uns die grundlegende Voraussetzung für eine Solidargemeinschaft, die wir sein wollen.

In diesem Sinne:

 

Freiheit, Gleichheit, Solidarität